Außergerichtliche Streitbeilegung: Ein wichtiger Hebel zur Modernisierung und Bereicherung der Praxis
Aktuelles, Grundlagen, Studie

Inhaltsverzeichnis
Die außergerichtliche Streitbeilegung gewinnt zunehmend an Bedeutung in der juristischen Praxis. Eine aktuelle Studie, die im Auftrag des Conseil National des Barreaux (CNB) durchgeführt wurde, beleuchtet die Praktiken und Erfahrungen von Anwälten in diesem Bereich. Die Ergebnisse zeigen, dass außergerichtliche Methoden wie Verhandlungen, Mediation und Schlichtung nicht nur effektiv, sondern auch zufriedenstellend für die Beteiligten sein können.
Die Studie im Überblick
Die Studie, die von CSA durchgeführt und an 4.315 Anwälte gerichtet war, ergab, dass 80 % der befragten Anwälte mindestens eine außergerichtliche Methode anwenden. Die häufigsten Methoden sind Verhandlungen, gerichtliche und außergerichtliche Mediation sowie Schlichtung. Die meisten Anwälte, die diese Methoden anwenden, sind Partner in ihren Kanzleien und arbeiten in Kanzleien mit 2 bis 10 Anwälten. Sie sind hauptsächlich in den Bereichen Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Familienrecht und Gesellschaftsrecht tätig.
Vorteile der außergerichtlichen Streitbeilegung
Die Studie zeigt, dass außergerichtliche Methoden sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen eingesetzt werden, wobei die Initiative oft von den Anwälten selbst ausgeht. Für 45 % der befragten Anwälte bietet die außergerichtliche Streitbeilegung eine höhere berufliche Zufriedenheit im Vergleich zu herkömmlichen gerichtlichen Verfahren. Dies wird auf die Schnelligkeit der Lösung, die Nachhaltigkeit der Ergebnisse und die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Parteien zurückgeführt.
Herausforderungen und Hindernisse
Trotz der Vorteile bleibt die außergerichtliche Streitbeilegung für 90 % der Kanzleien eine sekundäre Tätigkeit. Einer der Hauptgründe dafür ist die Frage der Rentabilität. 53 % der befragten Anwälte halten die Praxis für wenig lukrativ, insbesondere aufgrund der Kosten für Mediatoren und der Honorarberechnung nach Zeitaufwand. Zudem zeigt die Studie, dass zwar 59 % der Anwälte, die außergerichtliche Methoden anwenden, eine entsprechende Ausbildung absolviert haben, die Wertschätzung dieser Methoden bei Kunden und Kollegen jedoch begrenzt bleibt.
Haupthemmnisse für die Entwicklung der außergerichtlichen Streitbeilegung
Die Studie identifiziert mehrere Haupthemmnisse für die weitere Verbreitung der außergerichtlichen Streitbeilegung:
- Die Präferenz der Kunden für gerichtliche Entscheidungen
- Misstrauen gegenüber der Effektivität außergerichtlicher Methoden
- Kosten und Rentabilität für den Anwalt
- Zeitmangel
- Komplexität der Verfahren
- Unzureichende Ausbildung
Ausblick und Empfehlungen
Der Arbeitsgruppe zufolge ist es notwendig, die Wertschätzung der außergerichtlichen Streitbeilegung zu erhöhen, die Ausbildung zu verstärken und einen kulturellen Wandel zu fördern, um die Entwicklung dieser Methoden zu unterstützen. Die detaillierten Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Umfragen, die im Februar und April 2025 durchgeführt wurden, sind auf der Website des Conseil National des Barreaux einsehbar
Fazit
Die außergerichtliche Streitbeilegung bietet zahlreiche Vorteile und kann die juristische Praxis bereichern. Trotz einiger Herausforderungen und Hindernisse zeigt die Studie, dass diese Methoden zunehmend an Bedeutung gewinnen und das Potenzial haben, die traditionelle gerichtliche Streitbeilegung zu ergänzen und zu modernisieren.
Alternative Streitbeilegung

Mediationsverfahren
Mediation ist darauf ausgelegt, Konflikte zügig und direkt zu lösen.






